Anfangs war den Starkenburgianern im Testspiel beim Darmstädter-B-Ligisten noch die Umstellung auf den großen Naturrasenplatz anzumerken, was die Gastgeber auch zur frühen Führung nutzen konnten (7.). Doch mit zunehmender Spieldauer stellten sich die Gäste besser auf den Platz und Gegner ein und konnten demzufolge die Partie auch immer mehr kontrollieren. Neuzugang Robin Gielow ließ zunächst noch eine sehr gute Möglichkeit liegen, traf dann aber zum Ausgleich (36.). Und mit einem sehenswerten Linksschuss brachte Bashar Aljarab kurz danach seine Mannschaft noch vor der Pause in Führung. Direkt nach dem Wechsel erlief Robin Gielow gedankenschnell einen Rückpass der gegnerischen Abwehr und wurde vom Keeper gefoult, Kapitän Pascal Guthier verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 3:1. Per Doppelschlag sorgte Bashar Aljarab für klare Verhältnisse, in der Schlussphase kamen die Gastgeber noch zu ihrem zweiten Treffer. „Das war eine weitere kleine Steigerung zur Vorwoche, wir haben uns zahlreiche Möglichkeiten erarbeitet und immerhin auch fünf Treffer erzielt. Bei den beiden Gegentreffern haben wir uns allerdings nicht gut verhalten, daran müssen wir arbeiten“, hofft das Trainerteam auf eine gute Trainingswoche, um am nächsten Sonntag beim Revival des Heppenheimer Stadtpokals noch einen Schritt weiter zu sein.
Nach drei „Kennlerntrainingseinheiten“ haben sich 16 Jugendliche aus einer der beiden neuen B-Jugend Mannschaften gefunden, um ein Turnier bei der SpVgg Wallstadt zu bestreiten. Die gesetzten Ziele der Trainer Schubert und Heinzmann waren sich untereinander im Spiel kennenzulernen und die Bewegungen der Mitspieler zu verstehen. Die Mannschaften der neuen B1 und B2 sind zwar noch nicht final eingeteilt. Dennoch kristallisieren sich potenzielle Spieler für die jeweilige Mannschaft heraus.
Die Rahmenbedingungen für das Turnier: Acht Mannschaften, zwei Gruppen a vier Teams, Spielzeit: 20 Minuten auf dem Großfeld, elf gegen elf. Eigentlich sollte mit dem Jahrgang 2006/2007 gespielt werden. Wir haben aber den Jahrgang 2007/2008 mitgenommen mit größerem 2008er-Anteil.
Noch vorweg: In jedem Spiel kamen alle 16 Spieler zum Einsatz. Die Mannschaft konnte also, egal in welcher Formation, gut mithalten.
Zu Beginn wartete die TSG Lützelsachsen 1. Die Heppenheimer Mannschaft zeigte sich gleich dominant mit gut anzuschauenden Kombinationen. Lützelsachsen hatte sichtlich zu kämpfen und kam gar nicht richtig in die Partie. Zwei gut herausgespielte Tore erzielten die Heppenheimer. Das Spiel endete 2:0 für unsere JSG. Im zweiten Gruppenspiel forderte uns die SpVgg Wallstadt 1 heraus. Auch hier ein ähnliches Bild. Eine gute Spielkontrolle, kreative Ideen im Spiel nach vorne und eine solide Zweikampfführung im Mittelfeld. Auch dieses Spiel endete 2:0 für die JSG aus Heppenheim. Im letzten Gruppenspiel spielten wir gegen die TSG Weinheim 1. Ein Duell auf Augenhöhe mit größeren Chancen für die Weinheimer. Kurz vor Schluss gelang es Weinheim das 1:0 zu erzielen.
Im Halbfinale spielten wir gegen die TSG Weinheim 2. Auch hier hielten wir gut mit, spielten mehrere Chancen heraus und blieben im Zweikampf hartnäckig. Die Kraft ging uns in den letzten fünf Minuten der Partie aus. In der regulären Spielzeit (20 Minuten) erzielte keine Mannschaft ein Tor. Somit gab es fünf Minuten Nachspielzeit. Auch hier erzielten die Weinheimer noch kurz vor Schluss das 1:0. Somit durften wir im Spiel um Platz 3. gegen den FC Türkspor Mannheim spielen. Die Kraftreserven reichten aus, die Mannheimer Mannschaft mit einem 2:0 zu besiegen.
Somit erspielte sich eine der neuen Heppenheimer JSG B-Jugend einen tollen dritten Platz!
Am 22.07. startet die Vorbereitung in die neue Saison 2023/2024.
Am Fußballturnier bilden jeweils eine Unternehmens- und eine Schulmannschaft ein gemeisames Team. Dieses Team hat die Chance einen Geldpreis zu gewinnen, der zweckgebunden für die Berufsorientierung der Schule, aus der die Schüler:innen des Teams kommen, eingesetzt werden kann.
U10 des Mannheimer Drittligisten das Maß aller Dinge
Das E-Junioren-Turnier auf dem Galgen startete direkt mit einem Mannheimer Stadtduell und einer ersten faustdicken Überraschung, denn der VfB Gartenstadt konnte sich gegen die Waldhof-Buben durchsetzen. Aber anscheinend hatte diese Derbyniederlage einen positiven Hallo-Wach-Effekt auf die jungen Waldhöfer, die sich fortan bis zum Finale keine Blöße mehr gaben und somit verdienter Turniersieger wurden. Platz zwei sicherte sich nach großem Kampf im Finale die Spvgg Neu-Isenburg. Im kleinen Finale setzte sich Erfelden gegen die TSG Weinheim durch. Für die beiden Gastgeber- Mannschaften der Starkenburgia war leider bereits im Achtelfinale Endstation. Der junge Jahrgang schied dabei mehr als unglücklich im Acht-Meterschießen aus, nachdem es nach der regulären Spielzeit gegen den RSV Würges 1:1 gestanden hatte. In den Gruppenspielen setzten sich die durchweg aus dem jüngeren Jahrgang bestehende Mannschaft gegen Pfungstadt und Wallstadt durch, bezog eine Niederlage gegen Erfelden. Für die E1 war im Achtelfinale gegen den JFV Bürstadt Endstation, in der starken Vorrundengruppe mit dem SV Waldhof, dem VfB Gartenstadt und dem SV Kirschhausen tat sich das Team bereits etwas schwerer, zog sich jedoch achtbar aus der Affäre.
Schwerstarbeit war indes für die Turnierleitung um Stefan Schipper und Werner Schmitt zu leisten, da nach den zwei kurzfristigen Absagen einen Tag zuvor auch zwei Vereine am Turniertag selbst einfach nicht antraten, so dass der gesamte Turnierplan ad hoc über den Haufen geworfen werden musste und ein neuer Plan hervorgezaubert wurde. Doch auch dies meisterten die beiden erfahrenen Haudegen hinter dem Turnierleitungstisch. Hinter den Kulissen indes leisteten die Eltern der E-Jugend tolle Arbeit und bewirteten die zahlreichen Gäste zur vollsten Zufriedenheit.
Spannende und umkämpfte PartienStarkenburgias E-2 beim 8-MeterschießenTurniersieger wartet auf die Belohnung
Gegen den Dieburger A-Ligisten konnte die erste Mannschaft der Starkenburgia mit einem 2:0 (1:0)-Erfolg in die Vorbereitungsphase starten. Nach nur einer gemeinsamen Trainingseinheit konnte die Mannschaft dabei eine überraschend gute Anfangsphase bieten, die ersten 30 Minuten gingen ganz klar an die Starkenburgianer, die den Gegner kaum zur Entfaltung kommen ließen und eigentlich mehr Kapital hätten ziehen müssen als das 1:0 von Jonathan Höger, der von einem sehr guten Pass von Pascal Guthier profitierte. Spachbrücken kam dann in den letzten 10 Minuten vor der Pause etwas besser in die Partie, es blieb aber bei der verdienten Führung der Starkenburgia. Nach dem Wechsel wurde die Partie zunehmend zerfahrener, beiden Mannschaften merkte man den sehr frühen Zeitpunkt der Vorbereitung an. Klar herausgespielte Chancen kamen auf beiden Seiten kaum zustande, letztlich gelang Max Maier nach guter Vorarbeit von Junior Delgado in der Nachspielzeit die Entscheidung zugunsten der Gastgeber.
Gute Stimmung am Weinmarkt-Stand des FC Starkenburgia Heppenheim am Weinmarkt-Donnerstag, 29.06.2023. Beim Heppenheimer Traditionsclub hatten die Gäste die Möglichkeit, Karaoke zu singen. Nach anfänglicher Scheu gab es erste Mutige, die es wagten, ein Lied zum Besten zu geben. Kaum war der Bann gebrochen, wollten immer mehr Gäste ihr Wunschlied trällern. Die Stimmung wurde immer besser und die Zeit verflog wie im Flug. Ruck Zuck war es 24 Uhr und das Karaoke Event musste vorschriftsmäßig beendet werden.
Nach so einem Erfolg sind nun erste Überlegungen im Gange, ein ähnliches Event auf dem Heimischen Galgen zu veranstalten. Wir halten Euch auf dem Laufenden, sobald es hier konkretere Infos gibt.
Das nächste Kreispokalfinale stand für die AH an. Nachdem man bereits den Kreispokal im Futsal und bei der Ü40 gewinnen konnte, kam es nun zum Duell um die Ü35 Krone des Kreises. Gegner war FSG Riedrode, gegen die man sich im Halbfinale des Ü40 Pokals durchsetzen konnte. Gespielt wurde auf dem Kunstrasen bei TV Lorsch.
Nach einem eher verhaltenen Beginn und wenig Ballbesitz konnte man dann zuschlagen in Form von Toptorjäger Christopher Bee. Dieser konnte eine Vorlage von Markus Nowak gekonnt verarbeiten und lief alleine auf den gegnerischen Torhüter zu und spielte ihn schulbuchmäßig aus und schob den Ball zur 1-0 Führung ins Tor. Die Führung hielt aber nicht lange, da Torhüter Daniel Grünig bei einem Dribbling im eigenen Fünfmeterraum den Ball verlor und Riedrode den Ausgleich markieren konnte. Chancen auf ein weiteres Tor waren vorhanden, doch weder Bee, Yavuz Sener oder auch Josef Apfel konnten etwas zählbares vermelden. So ging es mit einem 1-1 in die Pause.
Die Pause nutzte man für eine Taktikanalyse, deren Ergebnis eine Umstellung des bisherigen Systems war. Dieter Eisenhut rückte nun in die Zentrale des Mittelfeldes und sollte von dort Impulse nach vorne setzen. Gesagt getan und schon hatte man mehr Ballbesitz und konnte sich entscheidend auf dem Weg nach vorne durchsetzen. Dieter war es dann auch, der eine tolle Kombination nach Beeflanke beinahe zu einem krönenden Abschluss gebracht hätte, doch sein Schuss ging genau auf den Torwart. Deshalb probierte man es im nächsten Angriff einfach umgedreht. Frank Löffler eroberte den Ball in der eigenen Hälfte und spielte Dieter einen mustergültigen Pass in den Lauf. Dieter war nun nicht mehr zu bremsen und bediente den schon lauernden Bee, der eiskalt zum 2-1 vollstreckte. Doch ähnlich wie in der ersten Hälfte hielt die Führung nicht lange. Nach einer Unachtsamkeit in der Abwehr von Frank gelangte der Ball zu dem Riedroder Stürmer, der dann mit Daniel zusammenprallte. Es gab Elfmeter und Daniel konnte den Elfmeter nicht abwehren. So stand es nun 2-2 und dies war auch der Endstand nach 70 Minuten.
Wie im Ü40 Halbfinale stand es nach regulärer Zeit 2-2 und wie auch damals musste nun das Elfmeterschiessen über Sieg und Niederlage entscheiden. Als erster Schütze schritt Sergej Pineker zur Tat und traf per Lupfer in die Mitte. Daniel konnte beim ersten Riedroder Schützen nichts ausrichten. Zweiter Schütze war nun Frank, der gekonnt unten links verwandelte. Auch beim zweiten Schützen von Riedrode war Daniel chancenlos. Schütze Nummer 3 war Dieter, der wie Frank links unten verwandelte. Nun schlug die Zeit von Daniel. Beim dritten Riedroder Schützen war er in der richtigen Ecke und parierte den Elfmeter. Yavuz war als vierter Schütze an der Reihe und verwandelte wie seine Vorgänger sicher unten links. Daniel hielt den vierten Elfmeter von Riedrode nicht, weshalb nun Matthias Salewski als letzter Schütze nur noch verwandeln musste für den Sieg. Doch Matthias schoss schwach und der Torwart von Riedrode konnte den Ball abwehren, weswegen es nun doch noch weiterging. Da Daniel Elfmeter Nummer 5 nicht abwehren konnte, mussten nun die nächsten Spieler ran. Als sechster Schütze trat Josef an und verwandelte dank seines unorthodoxen Anlaufs sicher. Riedrode verlängerte noch einmal und Nawid Hariri musste ran und traf ebenfalls. Nun musste Riedrode wieder nachlegen und Daniel ahnte die Ecke des Schützen, doch er musste gar nicht eingreifen, da der Ball neben das Tor ging. Damit war der Sieg gesichert und der Titel des Ü35 Kreispokals gewonnen.
Die Siegermannschaft bestand aus folgenden Spielern:
Daniel Grünig, Markus Nowak, Sergej Pineker, Mathias Becker, Benni Frank, Dieter Eisenhut, Yavuz Sener, Frank Löffler, Nawid Hariri, Christopher Bee, Josef Apfel, Dominik Heckmann, Matthias Salewski, Johannes Schäfer, Michael Mannix, Mathias Gerner unn Quirin Hall sowie Trainer Thomas Silber.
Am kommenden Wochenende geht die Turnierserie der Jugendabteilung des FC Starkenburgia Heppenheim auf dem Sportplatz am Zentgericht weiter.
Am Samstag, 01.07.2023 spielen die D Jugendlichen und am Sonntag, 02.07.2023 werden F und E Junioren um Turnierehren spielen.
Ab 11 Uhr geht es am Samstag los, insgesamt 10 Teams treten in der D Junioren-Kategorie gegeneinander an. Gegen 15.30 Uhr wird das Turnier mit der Siegerehrung sein Ende finden.
Am Sonntagmorgen ab 9.30 Uhr treten dann insgesamt 15 F-Jugendmannschaften zu ihrem Fairplay-Turnier an. Im Anschluss spielen dann die E Jugendlichen mit insgesamt 20 Teams um den Turniersieg. Um ca. 18.15 Uhr wird der Turniertag dann mit der Siegerehrung beendet.
Wer dann noch Lust auf Fußball hat, darf gerne noch der 1. Mannschaft zuschauen, die ein Freundschaftsspiel gegen den FSV Sprachbrücken bestreiten wird.
Der FC Starkenburgia erlebte am vergangenen Wochenende (Samstag, den 24.06.2023) eine außergewöhnliche Führung unter dem Motto „Galgenwanderung“. Bei strahlendem Sonnenschein begaben sich rund 20 Mitglieder des Fußballclubs auf eine spannende Reise in die Geschichte von Verbrechen und Strafjustiz in Heppenheim. Prof. Dr. Karl Härter, Vorsitzender des Heppenheimer Geschichtsvereins, führte die Teilnehmer an historisch bedeutsame Orte, die mit dem Recht, Gericht und Strafe vergangener Jahrhunderte in Verbindung stehen.
Die Galgenwanderung des FC Starkenburgia begann am imposanten Heppenheimer Rathaus, das einst auch als Gerichtsgebäude fungierte. Dort tagte neben dem Stadtgericht auch gelegentlich das am Landberg beheimatete Centgericht, das harte Strafen verhängte. Davon zeugen noch die am Rathaus links und rechts angebrachten Prangerkonsolen mit Ketten, auf denen einst verurteilte Menschen öffentlich an den Pranger gestellt wurden.
Der nächste Stopp führte die Teilnehmer durch die malerische Schunkengasse zur alten Stadtmauer und zwei ehemaligen Stadttürmen: dem Würzburger Torturm und dem „Diebsturm“. In diesen wurden einst Delinquenten eingesperrt, und die bedrückende Atmosphäre vergangener Zeiten war noch spürbar. Prof. Härter präsentierte alte Zeichnungen der Stadttürme, auf denen die Gefängnisse erkennbar waren, in die die Delinquenten „eingelocht“ wurden. Die Mitglieder des FC Starkenburgia waren von der detaillierten Darstellung fasziniert und stellten neugierig Fragen zur Geschichte der Stadt. Dabei erfuhren sie auch, dass im 18. Jahrhundert rund 3000 Menschen innerhalb der Stadtmauern lebten.
Im Anschluss machte die Galgenwanderung Halt im Kurmainzer Amtshof, wo derzeit ausgelassene Feierlichkeiten stattfanden und der alljährliche Weinmarkt in vollem Gange war. Im „Armesünderstübchen“ im Erdgeschoss des imposanten Kapellenturms führte das Centgericht Verhöre durch wurden Delinquenten gefoltert, um Geständnisse zu erzwingen. Prof. Härter zitierte aus einem Verhörprotokoll des Hans Nickel Engelhard aus Kirschhausen und aus der Rechnung des Scharfrichters, der 1758 fünf Mitglieder einer „Räuberbande“ auf der „Mannheimer Bank“ gefoltert hatte. Obwohl sie den Verhör- und Folterraum nicht betreten konnten, bekamen die Mitglieder des FC Starkenburgia so einen Eindruck von der düsteren Vergangenheit dieses Ortes.
Von der malerischen Heppenheimer Altstadt begab sich die Galgenwanderung weiter in Richtung des heutigen Sportplatzes „Am Galgen. Auf dem Weg zum Galgen passierte die Galgenwanderung den sogenannten Streitstein, der ein Gerichtsurteil im „Wäppnerstreit“ zwischen Bensheim und Heppenheim markiert. Beide Städte hatten darum gestritten, wer die Delinquenten zum Gericht führen durfte. Der Streitstein symbolisierte das Urteil des Pfälzer Hofgerichts und markierte gleichzeit den Punkt, an dem die Heppenheimer Wäppner (Wächter) einen Delinquenten an die Bensheimer übergeben mussten.
Anschließend führte die Galgenwanderung zum heutigen Fußballplatz der Starkenburgia, genauer gesagt zum Centgericht auf dem Landberg, einem markanten Hügel direkt westlich des Vereinsgeländes. Dort tagte vom 13. bis 18. Jahrhundert das Strafgericht für das Amt Starkenburg, 14 Schöffen aus Bensheim und Heppenheim sprachen Urteile und der Richter brach den Stab, wenn eine Todesstrafe verhängt wurde. Prof. Härter trug einige Beispiele vor, darunter auch leichtere Verbrechen, Streitigkeiten und Beleidigungen, mit denen sich das Gericht im 18. Jahrhundert vorwiegend beschäftigte. Die Mitglieder des FC Starkenburgia waren beeindruckt von den Geschichten vergangener Justizpraxis. Prof. Härter wies auch darauf hin, dass sich am Landberg auch die Centmannschaft aus jungen Männer und Haushaltsvorständen versammelt hatte. Sie war zu verschiedenen Diensten verpflichtet und musste z.B. Gefangene bewachen, die Gerichts- und Hinrichtungsstätte abschirmen oder auf Streife gehen, um Vagabunden, Räuber und Diebe zu fangen. Die Centmannschaft übte diese Dienste am Gerichtsplatz, wahrscheinlich auf dem Gelände, auf dem sich heute der Fußballplatz befindet. Diese Verbindung zwischen der historischen Bedeutung des Ortes und dem heutigen sportlichen Engagement des FC Starkenburgia verdeutlicht, wie sich die Nutzung des Areals über die Jahrhunderte hinweg verändert hat.
Der Hügel bot zudem eine kurze Verschnaufpause, bevor die letzte Station der Galgenwanderung erreicht wurde: die historische Hinrichtungsstätte. Die Teilnehmer der Galgenwanderung des FC Starkenburgia waren überrascht, als sie erfuhren, dass der Galgen, der einst zur Vollstreckung der Todesurteile diente, nicht unmittelbar am Vereinsheim stand. Stattdessen mussten sie – wie die Hinrichtungszüge der Vergangenheit – vom Centgericht aus bis zur Gemarkungsgrenze zwischen Heppenheim und Bensheim weiterlaufen, um die ehemalige Hinrichtungsstätte zu erreichen. Sie liegt am Hemsberg, etwas oberhalb der Bundesstraße und wurde über den ehemaligen Galgenweg erreicht. Härter erläuterte, dass dort über 50 Hinrichtungen durch den Bensheimer Scharfrichter vollzogen wurden. Meist wurden die Delinquenten am Galgen erhängt, einige – wie insbesondere Kindsmörderinen – auch geköpft. Die damaligen Hinrichtungen waren öffentlich und glichen einem regelrechten Volksfest. Die Teilnehmer standen folglich an einem Ort, an dem einst das Schicksal vieler vom Centgericht verurteilter Verbrecher besiegelt wurde. Prof. Härter zeigte auch die gegenüber liegende Galgenwiese, auf der die hingerichteten Personen begraben wurden. Dort wurden 2002 drei noch vollständige Skelette von Hingerichteten ausgegraben und forensisch untersucht. Einige der Anwesenden waren schockiert, als sie erfuhren, dass die Leichen zum Zweck der Abschreckung erst 2-3 Jahre am Galgen hingen, ehe sie dort verscharrt wurden.
Im Anschluss an die eindrucksvolle Galgenwanderung kehrten die Teilnehmer des FC Starkenburgia zurück zum Vereinsheim, wo sie sich zu einem abschließenden Galgenumtrunk versammelten. In gemütlicher Atmosphäre wurden die Ereignisse des Tages noch einmal zusammengefasst und intensiv darüber diskutiert. Die Teilnehmer tauschten ihre Eindrücke, Emotionen und Gedanken über die aufschlussreiche Tour aus, die sie an die historischen Orte von Verbrechen und Strafjustiz geführt hatte. Es war eine Gelegenheit, um das Erlebte zu verarbeiten und sich über die Bedeutung der historischen Stätten für das Verständnis der eigenen Heimat auszutauschen.
Wir möchten uns bei Prof. Dr. Karl Härter und dem Heppenheimer Geschichtsverein bedanken. Es war ein tolles Erlebnis!
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