Am vergangenen Samstagabend gastierte die Heppenheimer B1-Jugend (4 Spiele, 12 Punkte) beim direkten Konkurrenten in Auerbach (5 Spiele, 12 Punkte). Erwartet wurde ein denkbar knappes Spiel auf dem neuen, schnellen und rutschigen Geläuf in Auerbach. Zudem fehlte Mittelfeldmotor P. Adler. Wer das Spiel gewinnen würde, würde Olympia Lorsch sehr dicht auf den Fersen bleiben.
Das Spiel startete unkontrolliert. Die Hausherren zeigten sich sehr kämpferisch., setzten auch gelegentlich Akzente nach vorne. Die Heppenheimer taten sich sichtlich schwer mit dem neuen Kunstrasenplatz, der durch die Nässe noch rutschiger und ungewohnter war als sonst. Viele einfache Ballverluste im Mittelfeld, die Bälle über die Außen und in die Spitze waren oft viel zu ungenau, sodass wenig Spielfluss entstanden ist. Wenn es dann eine gute Chance gab, wurde sie leichtfertig vergeben. In der Folge ist es fast logisch, dass die Hausherren in Minute 30. mit 1:0 in Führung gingen. Mit einem 1:0 Rückstand ging es in die Pause. Direkt nach Wiederanpfiff waren die Heppenheimer bemühter, hatten aber kein Abschlussglück. Insgesamt blieb es aber unsauber und hektisch. Zu allem Überfluss verloren die Heppenheimer im Mittelfeld – trotz mehrerer Anspieloptionen – leichtfertig den Ball. Es folgte ein gedankenschneller langer Ball über die Heppenheimer Abwehr. Torwart T. Walter eilte vor den Strafraum und spielte den Ball mit der Schulter/Brust. Der Schiedsrichter sah dies fälschlicherweise als Handspiel an und schickte den Heppenheimer Schlussmann mit glatt Rot vom Platz. Hinzu kam, dass der Schiedsrichter ein „wie peinlich“ als Beleidigung gegen ihn ansah und einen weiteren Heppenheimer vom Platz stellte. Binnen 30 Sekunden wurde aus einem schweren, ein erdrückendes Spiel. Glücklicherweise fand sich rasch ein Ersatztorhüter. Somit waren die Heppenheimer 30 Minuten lang mit zwei Spielern in Unterzahl. Kurz darauf schenkte Auerbach das 2:0 hinterher. Die Vorgabe der Trainer: Alles versuchen, es ist trotzdem noch alles möglich, wenn sich jetzt nochmal jeder mit 120% reinhaut. Die Heppenheimer spielten ab diesem Zeitpunkt komischerweise besser als mit elf Mann. Auerbach ließ erstaunlicherweise Lücken in den eigenen Reihen entstehen. Die Heppenheimer hatten mehr vom Spiel drückten die Auerbacher in die eigene Hälfte und hatten Chancen! Es dauerte bis zur 71. Minute ehe L. Crössmann nach Drehung aus 20 Metern mit einem strammen Abschluss zum 2:1 verkürzte. Jetzt war alles möglich! Die Trainer pushten die Mannschaft nach vorne: Alles oder nichts! Mit einer 2-5-1 Formation wurden die letzten zehn Minuten gespielt. Ob jetzt 3:1 verlieren oder auszugleichen? Natürlich ausgleichen! Die Mannschaft fightete, spielte immer wieder nach vorne, wurde oft um den Strafraum herum gefoult. Die Freistöße brachten aber nicht viel Ertrag. Auerbach bekam keine Entlastung mehr zu Stande. Selbst das ist schon ein riesen Kompliment an die Heppenheimer, wenn mit zwei Spielern weniger der Gegner nichts mehr zu Stande bringt. Die ein oder anderen Blessuren schlichen sich jetzt ein. Die Mannschaft ging buchstäblich „auf der letzten Rille“ in die üppige Nachspielzeit. Es folgte ein indirekter Freistoß aus zwölf Metern für die Heppenheimer – geblockt. Der eingewechselte S. Jaraho hatte den Ausgleich auf dem Fuß. Der Schiedsrichter gewährte aufgrund verschiedener Unterbrechungen nochmal drei zusätzliche Minuten. Bei Eckbällen ging auch der Ersatztorhüter mit nach vorne. Ein Abschluss wurde vom gegnerische Torhüter noch gut pariert. Der Abpraller fiel dem ebenfalls eingewechselten M. Interthal vor die Füße, der zum 2:2 einschob! Es folgte sogar noch eine Chance für den Siegtreffer, die aber leier nicht mehr genutzt werden konnte.
Unfassbar! Mit zwei Spielern weniger, dem Schock noch in den Knochen, bei einem direkten Konkurrenten einen 2:0 Rückstand auswärts aufzuholen – Chapeau an die ganze Mannschaft!!! Wahnsinn! Das zeigt, dass die Mannschaft eine unglaubliche Moral besitzt, sich nicht aufgibt oder schockieren lässt. Es geht „einfach“ immer weiter.
Eingewechselt wurden: D. Marullo, S. Jaraho und M. Interthal.
Natürlich ist es mehr als ärgerlich, dass beide Spieler diesen Freitag im Spitzenspiel gesperrt fehlen werden. Der Gruppenerste Olympia Lorsch kommt am Freitag ins Starkenburg-Stadion (Anpfiff: 19:00h). Mit einem Sieg am Freitag kann die Tabellenführung mit einem Spiel weniger übernommen werden.

Wir freuen uns auf Freitag und werden alles in die Waagschale werden.










