Eckhard Krautzun referiert vor A1-Junioren

Eckhard Krautzun besuchte vor vielen Wochen ein Training der Heppenheimer A1-Junioren und verfolgte auch das Kreispokalfinale der A-Junioren in Lörzenbach, dass die Heppenheimer mit 3:1 gegen den Gruppenligisten gewinnen konnte. Er zeigte sich von der Mannschaft angetan und bot an, auf dem Galgen einen Vortrag für die Mannschaft zu halten. So kam es dazu, dass am vergangenen Montagabend, den 19.10.2026, Eckhard Krautzun von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr referierte. Die A1-Junioren waren mit knapp 30 Jungs anwesend. Insgesamt hörten rund 40 Personen dem Vortrag aufmerksam zu.

Eckhard Krautzun, geboren am 13. Januar 1941 in Essen, blickt auf eine außergewöhnliche Karriere als Fußballspieler und Trainer zurück. Seine Laufbahn führte ihn über mehr als 30 Stationen in elf Ländern auf fünf Kontinente. In Deutschland trainierte er unter anderem 1860 München, den VfL Wolfsburg, den SC Freiburg und den 1. FC Kaiserslautern, mit dem er 1996 den DFB-Pokal gewann. Auch international prägte er den Fußball, unter anderem als Nationaltrainer Kanadas, Kenias und der Philippinen sowie bei seinen Tätigkeiten in Asien und Afrika. Eine besondere persönliche Verbindung verbindet Krautzun seit 1973 mit Sir Alex Ferguson: Beide lernten sich bei einer Trainerausbildung in England kennen und entwickelten eine jahrzehntelange, enge Freundschaft. Bis heute ist Krautzun dem Fußball leidenschaftlich verbunden und verfolgt auch in seiner Wahlheimat Heppenheim aufmerksam das regionale Geschehen.

Als die Vita von Herrn Krautzun zu Beginn, nach dem Pizza schmausen, von Vorstandsvorsitzenden Klaus Martin vorgetragen wurde, staunten dann doch sehr viele Jungs im Saal nicht schlecht, dass da eine echte Koryphäe vor ihnen steht. Noch dazu, dass dieser sich regelmäßig Junioren- und Herrenspiele hier im Kreis anschaut. Zu Beginn holte Herr Krautzun auch zum Fußball im Kreis aus und berichtete, dass das Niveau sehr schwanke. Teilweise zeigt er äußerst angetan, teilweise zeigt er sich irritiert und vom Niveau und auch Coaching enttäuscht. Mit einer Gliederung von acht Punkten stand einiges auf der Agenda: Trainings- und Spielbeobachtung, Individual- und Gruppentaktik, Kognitive Fähigkeiten (Antizipation, Vororientierung), Verschiedene Arten und Wichtigkeiten vom und im Pressing, Interkulturkompetenz und einiges mehr. Immer wieder fügte Herr Krautzun kurze Geschichten aus der Vergangenheit an, legte den Finger bei den Baustellen im Deutschen Fußball in die Wunde und vergab auch immer wieder durch Quizfragen Autogrammkarten von sich. Auch praktische Beispiele zum Kopfballspiel, zum Verteidigen im Eins-gegen-Eins und zu Schusstechniken wurden gezeigt und trugen immer wieder zur Auflockerung bei. Einige äußerst sinnvolle Spielformen zum Trainieren von fast allen wichtigen Bereichen im Fußball (Passspiel, Torabschluss, Entscheidungsfindung, Orientierung, Dribbling, Verlagerung, Abwehrverhalten, usw.) wurden auch noch vorgestellt. Auch die Relevanz der Kenntnis von Mentalitäten verschiedenster Nationalitäten hob Herr Krautzun hervor. Die Europäer, die Afrikaner, die Asiaten oder die Südamerikaner gehen alle unterschiedlich mit Kritik um, weisen alle einen unterschiedlichen Grad von Disziplin auf und erfordern daher differenzierte Betrachtung und differenziertes Coaching. Auch die Spieler selbst nahm er in die Pflicht. Selbstverantwortung sollte wichtiger den je im Trainingsbetrieb präsent sein. Das umfasst den Respekt vor Mitspielern, vor den Trainern und Übungsleitern und vor den Trainingsmaterialien und der Vereinsinfrastruktur.

Die Mannschaft konnte einhundertprozentig vieles mitnehmen und lernen. Auch ihre Trainer Frank Schubert und Max Heinzmann zeigten sich begeistert und der Vorstand war auch höchstzufrieden. Auf diesem Weg auch nochmal ein großes Dankeschön an Klaus Martin und Herrn Krautzun für die reibungslose Organisation des Abends mit meinem Kollegen Frank Schubert und mir.

Heute kann dazu auch ein Bericht im Starkenburger Echo gelesen werden. Ein Dankeschön auch an Matthias Bähr für die Anwesenheit und das Verfassen des Zeitungsartikels.

Für das leibliche Wohl wurde auch großzügig gesorgt. Verschiedene Pizzen und Getränke sättigten die Anwesenden schon zu Beginn des Vortrags.

Aufmerksam wurde der Vortrag von Herrn Krautzun begleitet. Anfängliche Schüchternheit wurde zügig durch praktische Beispiele abgelegt.

Von links nach rechts: Jugendleiterin Melanie Frank, A1-Trainer Max Heinzmann, Eckhard Krautzun, A1-Trainer Frank Schubert und Vorstandsvorsitzender Klaus Martin (Foto: Matthias Bähr)