Zwischen den Kriegen die Starkenburgia wächst 1919

Willi Holzamer fungierte als 1. Vorsitzender. Es war der Bruder von Hans Holzamer, Lehrer, Dichter und Verfasser der Heppenheimer Sommernächte in den 30er Jahren, außerdem Bruder von Otto Holzamer (1948 bis 1954 Bürgermeister von Heppenheim). Hans Keil fungierte als Jugendleiter und erreichte ab 1920 bereits die ersten Jugendmeisterschaften für die Starkenburgia. Seine gute Jugendarbeit reichte bis Anfangs der 30er Jahre. Spielerisch neuen Auftrieb erhielt die Starkenburgia durch die Brüder Willi, Hans und Otto Holzamer, nachdem 1918 bereits wieder der Spielbetrieb aufgenommen war.

1920

Erringung verschiedener Jugendmeisterschaften.

1922

1. Vorsitzender ist Fritz Schäfer

1923

Bis zum 7. März 1925 ist Franz Keil 1. Vorsitzender (Schreinermeister). Das Wohnhaus mit Werkstatt war an der Ecke Lehrstraße/Heinrichstraße. Während des 2. Weltkrieges war er Erster Beigeordneter nachdem Bürgermeister Köhler zum Kriegsdienst einberufen wurde.

1925

Bei der Generalversammlung am 7. März 1925 wird Dr.med. Josef Berg zum 1. Vorsitzenden gewählt. Im Jahre 1925 ist aktenkundig, dass sich die Starkenburgia als Fußballclub teils mit „k“ und teils mit „c“ schrieb.

 

"Der Galgen"

Der Galgen ist bis heute der Sportplatz der Starkenburgia, aber nur noch für den Spielbetrieb der Jugend. Einweihung des Sportplatzes am Galgen (Geländekauf, Finanzierung und Errichtung des Platzes eigens durch den Verein).

Die Starkenburgia musste aus finanziellen Gründen am kostspieligen problematischen Hang bauen (bis dahin nasse Stadtwiesen). Das Gelände unmittelbar östlich der Bundesstraße 3 „Am Galgen“ kostete damals 0,50 Reichsmark pro qm. Der Verein jedoch konnte nur 0,35 Reichsmark finanzieren (eigene Mittel und Kapitalmarktmittel der Bezirkssparkasse). Das Gelände für den Sportplatz am Galgen mit insgesamt 11.793 qm wurde für 4127,55 Reichsmark käuflich erworben.

Der Bau des Sportplatzes am Galgen kostete die Starkenburgia 18´115,50 Reichsmark. Hiervon betrugen die Planierungskosten alleine bereits 4939,40 Reichsmark.

27. Mai 1925

Erster offizieller Eintrag ins Vereinsregister beim Hessischen Amtsgericht in Lorsch: Fußballklub „Starkenburgia“ e.V. mit Sitz in Heppenheim a.d.B. Das Vereinsvermögen ist mit 200.- Reichsmark angegeben; Sitz der Verwaltung ist Heppenheim, Kleiner Markt 2.

1. Vorsitzender prakt. Arzt Dr. med. Josef Berg

2. Vorsitzender Schreinermeister Franz Keil

1. Schriftführer, Betriebsleiter Karl Schobert

2. Schriftführer, Bäckermeister Heinrich Freibgerger

1. Rechner, Stadtkassenassistent Johannes Sauerwein

2. Rechner Kaufmann Heinrich Voßler

Beisitzer Schneidermeister Leonhard Stein

Beisitzer Buchdruckereibesitzer Johannes Weimar

Beisitzer Kaufmann Leonhard Brendle

Beisitzer Friseur Paul Baier

„Starkenburgia-Stiftungsfest“ (25-jähriges Jubiläum am 23. August 1925)

  • Festzug der Fußballer zum Galgen, voran die Musikkapelle des Reichswehr-Regiments 35
  • Fußballturnier um einen gestifteten Pokal: Teilnehmer: „Pfalz“ Ludwigshafen, SV Darmstadt, VfB Heidelberg, FC Starkenburgia Heppenheim
  • Festakt im „Goldenen Anker“, Georg Vettel, Friedrichstraße 24 (Saal über dem heutigen Ladengeschäft); es war die erste offizielle Veranstaltung der Starkenburgia, Festredner war Kaptän Schneider.
  • Einweihung des Gedenksteines auf dem Sportplatz am Galgen zur Erinnerung an die im 1. Weltkrieg gefallenen und vermissten Starkenburgianer; Kranzniederlegung.

Die Starkenburgia-Jugend veranstaltet ein Turnier, an dem Vereine wie VfR Mannheim, 1. FC Nürnberg, SV 07 Waldhof Mannheim, SV Darmstadt 98, FC Pforzheim und die Starkenburgia teilnahmen. Opernsänger Sally Friedmann (alter Starkenburgianer) vom Städtischen Schauspielhaus in Aachen gibt einen unterhaltsamen Abend in Wurth´s Garten (heute Saalbau) zu Gunsten der neuen Sportplatzanlage (20. August 1925). Nach 1918 war die Gaststätte „Thürauf“ in der Mainstraße (heutige Kalterer Straße) im Erdgeschoss des heutigen St.-Vinzenz-Klosters das Vereinslokal der Starkenburgia. Von dort ging es 1925 zum „Goldenen Anker“, Friedrichstraße. Vettels Schorch war ein schneller, trickreicher Stürmer in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg. Wegen seiner Sparsamkeit hieß er nur "De Knoche".

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