Der aktuelle Stillstand im Sport gefällt Günter Groh gar nicht. Schließlich ist der Mittershäuser nicht nur Konsument, sondern selbst aktiv – und das seit Jahrzehnten. Weil aber im Zeichen des Virus sich derzeit weder vor dem Bildschirm noch in Sporthallen und auf den -plätzen etwas bewegt, hat der rüstige Rentner ungewollt viel Freizeit. Auch der 70. Geburtstag, den Groh am Sonntag (22.) feiert, fällt um einige Nummern kleiner aus als geplant. „Die Feier ist schon abgesagt“, sagt der Jubilar, der die Maßnahmen der Verbände, mit dem Sport zu pausieren, als richtig empfindet: „Die Olympischen Spiele müssten jetzt auch verlegt werden.“

Neben Fußball ist Tischtennis die zweite Leidenschaft

Fußball und Tischtennis sind die Steckenpferde des gelernten Industriekaufmanns. Vom aktiven Fußball verabschiedete Groh sich erst mit 60 Jahren und einem Spiel beim TSV Hambach. An die Tische geht der zweifache Familienvater bis heute, bestritt im Februar 2020 sein 600. Tischtennis-Punktspiel. Der Kulturgemeinde Wald-Erlenbach ist Groh – abgesehen von einem dreijährigen Intermezzo beim TSV Hambach – seit 1983 stets treu geblieben. Seine Fußballerlaufbahn startete Groh 1960 beim FC Starkenburgia Heppenheim, debütierte mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft. Bei der Starkenburgia feierte er 1973 die A-Klassen-Meisterschaft („das war die am härtesten errungene“) und 1975 den Aufstieg in die Gruppenliga (heute Verbandsliga), wo er als Libero mit 16 Treffern Starkenburgia-Torschützenkönig wurde. Dieser Titelgewinn sowie das Freundschaftsspiel im gleichen Jahr gegen Eintracht Frankfurt (1:10) bezeichnet Groh als Höhepunkte seiner Sportlerlaufbahn, zumal er mit Kapitän Jürgen Grabowski die Wimpel tauschte durfte.

1978 trat der im Heppenheimer Stadtteil Mittershausen lebende Fußballer seine erste Spieltertrainer-Stelle bei der KSG Mitlechtern an. Es folgten Engagements beim SV Zwingenberg, FC 07 Bensheim, SV Schwanheim, TSV Günterfürst und beim SV Mittershausen. Der SV Kirschhausen war 1990/91 seine letzte Station als Aktiver, er kehrte dann zum FC Starkenburgia in die AH zurück, wo er mit Unterbrechungen bis zum Jahr 2010 spielte.

Den heimischen Sport verfolgt der Fan des Hamburger SV regelmäßig. Besondere Aufmerksamkeit genießen die Tischtennis-Drittligisten TTC Weinheim und TTC Lampertheim, aber auch der VfR Fehlheim und der TTC Heppenheim. Gerne erinnert er sich auch an die Tischtennis-WM in Bremen, die Mannschafts-Tischtennis-WM in Dortmund oder die Leichtathletik-WM in Berlin zurück, die Groh 2009 mit seinem vier Jahre jüngeren Bruder Jürgen (351 Bundesliga- und zwei A-Nationalspiele) verfolgte.

Groh betreibt nicht nur Sport, sondern schreibt auch darüber. Er ist Pressewart der KG Wald-Erlenbach und des TSK Rimbach sowie der Starkenburgia-AH – und dies schon seit 1985.

Quelle Echo Online