Auch Amateurfußballer dürfen wieder gemeinsam trainieren und wollen so bald wie möglich kicken. Trainer und Funktionäre warten auf eine klare Ansage des Verbandes.

Jetzt teilen:

Mit Spannung war das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder erwartet worden. Als weitere Lockerungen in der Corona-Krise verkündet wurden, ließ das auch bei den Fußballern im Kreis Bergstraße aufhorchen. Neben der Bundesliga, die am nächsten Wochenende wieder ihren Spielbetrieb, wenn auch ohne Zuschauer, aufnimmt, können auch die Amateure wieder ihrem Hobby nachgehen. Auch der Trainingsbetrieb soll, sowohl im Freien als auch in der Halle, wieder möglich sein, wenn auch mit klaren Vorschriften.

Für Benjamin Sigmund, Trainer des Gruppenligisten Eintracht Bürstadt, sind die neuen Lockerungen aktuell noch kein Thema: „Wir warten auf ein klares Signal und deutliche Vorgaben des Hessischen Fußball-Verbandes. Wie allerdings ein Fußballspiel, und sei es nur im Training, ohne Körperkontakt funktionieren soll, weiß ich nicht.“ Für Sigmund ist es wichtig, sich behutsam mit der aktuellen Situation zu arrangieren.

Auch Aiad Al-Jumaili, Trainer des Gruppenligisten Sportfreunde Heppenheim, ist noch skeptisch: „Wir sollen wir ein Training in Fünfer-Gruppen umsetzen? Profis haben da ganz andere Möglichkeiten. Im Amateurbereich sehe ich im Kleingruppen-Training ohne Kontakte nur wenig Sinn.“ Der Übungsleiter verweist ebenso auf ein „Grünes Licht“ seitens des Verbandes, ohne das nichts gehe.

Ludwig Brenner, Trainer des Kreisoberligisten SV Fürth, sieht einen Trainingsbetrieb unter strengen Auflagen durchaus als möglich an: „Schwierig ist das, keine Frage. Es ist aber machbar.“ Der Fürther hatte in den vergangenen Wochen Übungseinheiten per Videokonferenz angeboten. Diese nun wieder auf den Trainingsplatz zu verlegen, sei durchaus umsetzbar. „Über die genaue Ausgestaltung muss ich mir natürlich noch Gedanken machen. Fitnessübungen, aber auch Koordinations- und Lauftraining könnten wir bei Einhaltung aller Vorschriften aber durchaus anbieten“, erklärt Brenner.

Für Miguel da Silva, Trainer des Kreisoberligisten Starkenburgia Heppenheim, ist der Start ins Training auf dem Sportplatz ein Thema: „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen. Vorher muss das aber der Verband freigeben." Auch die Heppenheimer wollen so schnell wie möglich wieder auf dem Platz trainieren, sehen sich aber gerade im Hinblick auf die Hygieneregeln vor Herausforderungen gesetzt: „Wir haben für unsere Jugendteams sowie für die erste und zweite Mannschaft drei Kabinen. Da dürfte es schwierig werden, die Vorgaben umzusetzen.“

Die Abstandsvorschriften im Trainingsbetrieb einzuhalten sieht Stefan Jünger, Vorsitzender des A-Ligisten SV Lörzenbach, als umsetzbar an. In der Kabine duschen sei hingegen nicht möglich. „Auch wir müssen zunächst einmal auf ein Statement des Verbandes warten. Einige der nun genannten Regeln lassen sich im Trainingsalltag sicher umsetzen. An eine Normalität ist im Moment aber noch nicht zu denken“, erklärt Jünger, der die Hoffnung aber nicht aufgegeben hat: „Schauen wir mal, wie die Situation nach den Sommerferien ist.“

Weiter in der Beobachterrolle sieht sich Marco Falkenstein, Sportlicher Leiter des B-Ligisten SG Hüttenfeld. Aber auch er gibt zu bedenken: „Wir haben in Hüttenfeld nur zwei Kabinen. Gerade in Sachen Hygiene dürfte es schon einige Probleme geben.“ Auch kontaktlose Trainingseinheiten erachtet Falkenstein im Amateurbereich als nur schwer umsetzbar. Seine Spieler, das weiß der Sportliche Leiter, säßen aber auf glühenden Kohlen: „Natürlich wollen die Jungs so schnell wie möglich wieder kicken. Trotzdem müssen wir die nächsten zwei Wochen vielleicht noch mal abwarten.“

Quelle Echo online