Die neuen Regeln im Überblick +++ "Schiri ist Luft" war einmal +++ Teamoffizielle können mit Karten bestraft werden

 

Die Regeländerungen zusammengefasst

In letzter Zeit gab es zahlreiche Diskussionen zum Thema "Handspiel", doch eine heiß spekulierte Neuauslegung blieb - bis auf eine einzige Änderung - überraschenderweise aus. Lediglich ein Tor, welches (egal wie) mit der Hand erzielt wird, wird als rechtswidrig angesehen und annulliert.

Des Weiteren wird in dem neuen Regelwerk auf die Torhüter eingegangen: Wenn der Torhüter einen zu kurzen Abstoß ausführt, durfte der Abwehrspieler den Ball erst berühren, wenn der Ball die Strafraugrenze passiert - damit ist nun Schluss. Ab den 01. Juni 2019 dürfen die Keeper ihre Abstöße auch kurz ausführen und das Spiel schnell machen.

Bei einem Freistoß müssen die Spieler des angreifenden Teams demnächst einen Meter Abstand zur Mauer halten, dies bezweckt, dass der Schiedsrichter eine bessere Übersicht über das Spielgeschehen bekommt. Bei einem Elfmeter werden die Regeln für die Torhüter etwas gelockert. Ab Sommer müssen die Keeper nur noch mit einem Fuß auf der Linie stehen, dementsprechend kann der Torhüter den Winkel etwas verkürzen und sich einen kleinen Vorteil verschaffen.

Und jetzt heißt es aufgepasst für alle Teamoffiziellen, die gerne das ein oder andere Mal lautstark an der Außenlinie zu hören sind: Alle Vereinsverantwortlichen können künftig sowohl mit gelben, als auch mit roten Karten verwarnt werden. Diese Regel soll in Zukunft für die Beruhigung außerhalb des Spielfeldes sorgen. Zu guter Letzt wird die Gesetzmäßigkeit, dass der "Schiedsrichter Luft ist" abgeschafft. Wenn der Referee angeschossen wird und es zu einem Ballbesitzwechsel kommt, aus dem eine Torchance oder ein Treffer entsteht, gibt es daraufhin einen Schiedsrichterball, damit kein Team mehr durch das Stellungsspiel des Spielleiters benachteiligt wird.

"Man muss auch aufpassen, dass man das Fußballspiel im Kern so belässt"

Babak Keyhanfar, Co-Trainer der U19-Bundeligamannschaft des 1. FSV Mainz 05, hat sich noch nicht wirklich mit den Modifikationen beschäftigt. „Wir treffen uns im Verein regelmäßig mit allen Trainern im Leistungsbereich, da werden wir uns sicher noch über die neuen Regeln austauschen. Ich bin generell immer offen für etwas Neues, aber man muss auch aufpassen, dass man das Fußballspiel im Kern so belässt, wie es ist.“ Der 33-jährige ehemalige Trainer des SV Gonsenheim erinnert auch daran, dass es schon früher Neueinführungen wie beispielsweise die Rückpassregel gab, die zunächst kritisch gesehen wurden, aber „total sinnig“ sind - zu viele Änderungen aber die Weltsportart Fußball verkomplizieren können.

"Für den Schiedsrichter wird es einfacher"

Im Gegensatz zu Keyhanfar hat sich Dennis Jantz, seines Zeichens Schiedsrichter-Kreislehrwart in Wiesbaden, schon mit den neuen Regeln beschäftigt: "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keine offizielle Benachrichtigung vom DFB erhalten, dass diese Regeländerungen fix sind, aber diese werden wir aus meiner Erfahrung heraus vermutlich im April/Mai erhalten. Ich bin zufrieden mit diesen Neuauslegungen, da sie uns Schiedsrichtern das Spielgeschehen erleichtern. Dass kein angreifender Spieler mehr in der Mauer stehen darf, ist beispielsweise eine super Sache. Dadurch wird das Gedrängel im Strafraum viel übersichtlicher. Ich bin auch ein Befürworter, dass man die Teamoffiziellen nun auch mit Karten bestrafen darf. Oftmals bekommen es die Zuschauer nicht mit, wenn der Trainer oder der Betreuer mündlich verwarnt wird, doch nach dieser Kartengebung wird ein Signal ausgestrahlt, dass uns Referees zugute kommt. Im Grunde wurden ja nur Rahmenbedingungen geändert, die den Fußball nicht verändern, sondern vereinfachen werden."

Handspiel wird weiter für Diskussionsstoff sorgen

Zur Handspiel-Diskussion hält sich Jantz jedoch bedeckt: "Man könnte sagen, dass wir vielleicht jedes Handspiel ahnden, nach dem Motto 'Hand ist Hand', aber dann würden auch einige Aktuere ihren Gegenspielern aus 30 Zentimetern an die Hand schießen und Elfmeter fordern. Aus diesem Grund wäre ich einfach dafür, dass die aktuelle Handspiel-Regel so bestehen bleibt. Ich sehe nämlich keine optimale Lösung für dieses Problem."

 

Quelle  FuPA