Die Fußballerinnen des FC Starkenburgia feiern ihren Meistertrainer Wolfgang Stammler. Foto: Schröder

Von Hubert Heinz
FUSSBALL Erster Aufstieg in die Verbandsliga Süd / Duo Selina Fuchs und Florian Fäustle übernimmt Trainerjob
HEPPENHEIM - In Heppenheim wird schon immer erfolgreich Frauenfußball gespielt. War es früher der FC Sportfreunde, der in der höchsten deutschen Klasse spielte, sind es jetzt die Spielerinnen des FC Starkenburgia, die Akzente setzen. Sie sicherten sich souverän die Gruppenliga-Meisterschaft und steigen erstmals in der Vereinsgeschichte in die Verbandsliga Süd auf.
Im Schnitt fast sieben Tore pro Partie
Dank des 3:2-Sieges im Spitzenspiel über Verfolger FSG Nauheim/Königstädten gewann die Mannschaft von Trainer Wolfgang Stammler bereits drei Spieltage vor Schluss den Titel. Das Torverhältnis (110:15) spricht für sich; im Schnitt erzielte der Spitzenreiter fast sieben Tore pro Partie.
Nach dem Aufstieg aus der Kreisoberliga 2016 deutete der FC Starkenburgia schon im Vorjahr an, dass die Gruppenliga eine Durchgangsstation bleiben könnte. Unter Trainer Matthias Buhl schafften es die Kreisstädterinnen in der vergangenen Runde schon auf Platz drei – und, wie Buhl seinerzeit erkannte, mit Luft nach oben.

Wolfgang Stammler, der Buhl im Januar ablöste, ist stolz auf das Erreichte, sagt aber auch: „Dank meiner Vorgänger Matthias Buhl und Gregor Kohl habe ich ein gut bestelltes Feld vorgefunden.“
Sandra Schumann pendelt aus Hamburg zu den Spielen
Teamgeist und Siegeswille habe den Aufsteiger ausgezeichnet. Hinzu sei ein ausgezeichneter Kader gekommen. Stammler: „Wir haben Spielerinnen, die schon jetzt durchaus höherklassig spielen könnten.“ Neben dem gefährlichsten Angriff und der stabilsten Abwehr stellen die Kreisstädterinnen mit Laureen Deckenbach (27 Tore) die beste Stürmerin. Führungsspielerin ist Sandra Schumann, die trotz ihres Einsatzes bei der Bundeswehr in Hamburg an jedem zweiten Wochenende zur Verfügung stand. Als verlängerter Arm des Trainers auf dem Platz avancierte Spielführerin Jelena Garcia Tella, die im Mittelfeld nach Ansicht ihres Coaches umsichtig Regie führte. Die Abwehr, so Stammler, habe wiederum Jasmin Schröder als zweikampf- und laufstarke Spielerin zusammengehalten.
Der Meistertrainer weiß aber auch: „In der Verbandsliga wird die Luft dünner, weil taktisch besser und vor allem schneller gespielt wird.“ Bange zu sein, brauche dem Aufsteiger aber nicht. Stammler: „Die Mannschaft hat genügend Potenzial, um im oberen Drittel mitzumischen..“
Wenn der Aufsteiger im Sommer in der Verbandsliga erste sportliche Erfahrungen sammelt, wird der mittlerweile 60 Jahre alte Stammler nicht mehr dabei sein. „Ich ziehe mich wieder in meine Fußball-Rente zurück“, schmunzelt der Entwicklungstechniker, der mit Frau und Wohnmobil auf Achse gehen will.
Die Nachfolge Stammlers treten die ehemalige Nachwuchs-Bundesligaspielerin Selina Fuchs und C-Lizenz-Inhaber Florian Fäustle.

 

Quelle: Echo Online